Clive Barker - sein Leben

 
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Im Sternzeichen der Waage kam Clive Barker am 05. Oktober 1952 zur Welt, und wuchs bei seinen Eltern Leonard und Joan Barker in der englischen Kleinstadt Liverpool auf.

Bereits während der Schulzeit zeichnete sich ab, dass Barker außergewöhnliche Talente besaß, denn schon bald schrieb er seine ersten Theaterstücke, und führte diese auch auf.

Besonders geprägt wurde Barker’s spätere Laufbahn auch durch seine Studienzeit an der Liverpooler Universität. Hier studierte er Englische Literatur und Philosophie, und er gründete schon kurze Zeit später mit seinen beiden Freunden Peter Atkins und Doug Bradley die Theatergruppe The Dog Company. Einige der ersten Theaterstücke waren History of the Devil, Frankenstein in Love und Colossus. Diese Theaterstücke wurden 1995 dann auch in gedruckter Form in dem Buch INCARNATIONS veröffentlicht. Weitere Theaterstücke waren: Crazieface, Paradise Street und Subtle Bodies – veröffentlicht 1996 in FORMS OF HEAVEN.

Das Multitalent Clive Barker beschritt aber noch einen zweiten Weg, den des Künstlers. So Zeichnete er und malte er leidenschaftlich gerne, und gestaltete auch die ersten Plakate seiner Theaterstücke selber. Barkers Kunstwerke umfassen dabei sowohl filigrane Tusche- und Federzeichnungen, bishin zu metergroßen Ölgemälden im Stile des Surrealismus und Expressionismus.

Mittlerweile in London lebend, fand Barker eine weitere Ausdrucksform der Kunst - den experimentelle Film! In den Jahren 1973 bis 1978 entstanden die beiden s/w-Kurzfilme SALOME und THE FORBIDDEN. Barker trat hierbei nicht nur als Regisseur

in Erscheinung, sondern auch als Darsteller. Mit von der Partie bei diesen Filmchen waren ebenfalls wieder Peter Atkins und Doug Bradley von der Dog Company.

Einen richtigen Schub erhielt Barkers Karriere 1984 mit der Erstveröffentlichung der Books of Blood – deutscher Titel: Die Bücher des Blutes. Diese Kurzgeschichtensammlungen wurden schon bald mit dem Satz von Stephen King beworben: „Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen – sein Name ist Clive Barker!“ Insgesamt entstanden in den Jahren 84 bis 85 sechs Bände dieser Reihe, die mittlerweile in zahlreiche Sprachen übersetzt, und in fast jedem Land dieser Erde veröffentlicht wurden. Auch im Jahre 85 entstand Barkers erster Roman The Damnation Game – zu deutsch: Spiel des Verderbens.
Dann geht es Schlag auf Schlag. Noch 1984 liefert Barker das Drehbuch zu The Yattering and Jack, einer US TV Produktion für die Serie Tales from the Darkside. 1985 und 86 liefert er dann die Drehbücher für zwei Filme, die beide vom gleichen Regisseur George Pavlou verhunzt werden: Underworld aka Transmutations und Rawhead Rex – letzterer nach einer Kurzgeschichte aus dem Dritten Buch des Blutes. Nachdem diese beiden Filme floppten, und sich Clive sehr schnell von ihnen distanzierte, versuchte er sich 1987 selbst als Regisseur, und verfilmte seine erst kurz zuvor erschienene Novelle The Hellbound Heart unter dem Titel Hellraiser. Mit Hellraiser gelang ihm nun wirklich der internationale Durchbruch. Doug Bradley alias Pinhead, und die verschiedenen Dämonen, auch Cenobites genannt, entwickelten sich zu einem absoluten Kult in der Horror Fangemeinde. Mittlerweile gibt es 8 Teile, wobei Barker an den letzten Teilen so gut wie keine Beteiligung hatte.

Neben dem Filmgeschäft widmete sich Clive Barker aber weiterhin seiner Leidenschaft, dem Schreiben und Malen. Noch in den Achtzigern wurden die Bücher Weaveworld (1987) und Cabal (1988) sowie The Great and Secret Show (1989) veröffentlicht. Die deutschen Titel hierzu lauten Gyre, Cabal und Jenseits des Bösen. Gleichzeitig fanden auch die ersten Ausstellungen seiner Gemälde und Zeichnungen statt, die bisher nur einem sehr kleinen Kreis zugänglich waren.

Der nächste Film, dem Barker wieder seine volle Aufmerksamkeit widmete, war 1990 Nightbreed – basierend auf seiner Novelle Cabal. Anders als bei Hellraiser waren hier die Monster die Guten, und davon gab es in diesem Film zahlreich!
Clive Barker, der bei diesem Film auch wieder die Regie führte, gelang dabei der Clou, seinen Regiekollegen David
Cronenberg für die Rolle des Bösewichtes zu gewinnen.

 
Die Neunziger waren insgesamt ein sehr produktives Jahr, und Barker Fans wurden abwechselnd mit dem neuesten Film, oder dem neueste Buch beglückt. Allerdings dauerte es 5 Jahre, bis Barker wieder als Regisseur tätig war. Clive Barker wechselte in dieser Zeit auch seinen Wohnsitz von London nach Los Angeles, und gründete dort seine Produktionsfirma Seraphim.

Die Filme in diesem Jahrzehnt, an denen Barker beteiligt war, waren nach Nightbreed (1990): Hellraiser III: Hell on Earth (1992), Candyman (1992), Candyman II: Farewell to the Flesh (1995), Lord of Illusions (1995), Quicksilver Highway (1997) und Candyman III: Day of the Dead (1999).
Die Bücher der Neunziger waren: Imajica (1991), The Thief of Always (1992), Everville (1994), Sacrament (1996) und Galilee (1998), sowie einige Kurzgeschichten, die in diversen Horror-Anthologien erschienen.

In der Stephen King Verfilmung Sleepwalkers (1992) und in der TV Produktion Quicksilver Highway (1997) hatte Barker kurze Gastauftritte, was seit einiger Zeit unter Filmkollegen üblich war. Barkers ganzes Herzblut war jedoch 1995 bei Lord of Illusions, dem ersten Film seit seinem Wohnort-Wechsel nach Hollywood, an dem er auch wieder Regie führte, darüber hinaus aber auch das Drehbuch lieferte, und sogar mit seiner eigenen Firma produzierte.
Für BBC wurde 1997 noch die TV-Serie Clive Barker’s A to Z of Horror produziert, und für den 1998 produzierten Film Gods and Monsters gab’s sogar einen Oscar für die beste Drehbuch Umsetzung mit Ian McKellen in der Hauptrolle, und unter der Regie von Bill Condon.
Bestechend für die Neunziger Jahre war auch, dass es unzählige Comicadaptionen nach Clive Barker Vorlagen gab. Egal ob Hellraiser, Cabal oder die Kurzgeschichten aus den Büchern des Blutes, alles wurde als Comic angeboten. Sogar eigens entwickelte Comicgeschichten wie Primal oder sogar Superhelden wie Saint Sinner und Ectosphere, die Marvel unter dem Überbegriff Clive Barker’s Razorline veröffentlichte.

Mit einem Computerspiel wurde 2001 die Welt wieder mal auf Clive Barker aufmerksam, als Undying in die Läden kam. Ansonsten begann das neue Jahrtausend ohne große Barker Projekte. Schließlich hatte er ja an den Hellraiser Sequels 5 bis 8 so gut wie nichts mit zu tun.
Dennoch war Clive Barker nicht untätig. Barker verbrachte viele Stunden damit, seine neuen farbenprächtigen Gemälde für seine kommenden Buchprojekte anzufertigen. Zunächst kam 2001 Barkers Abrechnung mit der Hollywood Filmindustrie in Form seines Buches Coldheart Canyon – A Hollywood Ghost Story. Und da Barker mittlerweile seinen Freund David Armstrong geheiratet hat – falls ich vergessen haben sollte, das Clive Barker schwul ist, sei dies hiermit nachgeholt – und beide zusammen eine Tochter adoptiert haben, wandte sich Barker mit seinem nächsten Projekt,

einem Kinderbuch, an Walt Disney. Man einigte sich schnell, und der Vertrag war unter Dach und Fach. Hunderte von Ölgemälden bildeten die Grundlage für die kommende vierteilige Jugend-Buchreihe Abarat, von denen bisher der erste Band 2002 und der zweite Band 2004 veröffentlicht wurden.
Nach längerer Pause im Comic Bereich, wurde 2005 auch hier wieder einmal etwas getan. Das Kinderbuch The Thief of Always wurde als 3-teilige Comicadaption veröffentlicht. Dafür ist aber die Verfilmung des gleichen Buches wohl erst einmal vom Tisch.

Für die nächsten Jahre sind bereits verschiedene Film und Buchprojekte vorgesehen, doch das Highlight im Jahre 2006 dürfte wieder ein Konsolen-Spiel sein: Demonik, das eigens für die neuen Playstation 3 entwickelt wurde. Dieses Videospiel wird wohl ebenso verfilm werden, wie auch die Kurzgeschichte Tortured Souls, die als Mehrteiler in den Actionfiguren von Mc Farelane Toys beigepackt war. Barker hat auch bereits die Veröffentlichung eines Buches angekündigt, in dem er Pinhead endgültig sterben lassen wird, um den unendlichen Fortsetzungen des Films ein Ende zu bereiten. Und dann ist da schließlich noch die Walt Disney Verfilmung der Abarat Bücher.

Warten wir’s also mal ab!

© 2005 by That's Clive!